Archivberichte und Bilder des Familienstützpunktes

Oktober 2022

TROTZdem hab ich dich lieb!

Gut besucht war der Vortrag mit der systemischen Familientherapeutin Christine Holzer, die in ihren  Ausführungen ausführlich über die Hintergründe der Trotzphase sprach und zahlreiche Fragen beantwortete. Sehr anschaulich legte die Expertin dar, wie sich mit Beginn der Trotzphase ab Mitte des 2.Lebensjahres das Verhalten des Kindes mit dem Umfeld ändert, weil es merkt, dass es eigenen Willen hat und diesen nun – für die Eltern oft sehr plötzlich und unerwartet - zum Ausdruck bringt.
 
Gerade in den ersten gefürchteten Wutanfällen seien die Kinder mit dieser neuen Gefühlsregung völlig überfordert und steigern sich sogar bis zur totalen Erschöpfung hinein. Eltern sollten vor allem die Ruhe bewahren und erstmal überprüfen, ob eine Überforderung oder eine Provokation vorliegt. Ist das Kind überfordert, weil es zum Beispiel noch nicht die Rutsche hochklettern kann, kann man dem Kind eine kleine Hilfestellung geben, ohne dabei das Autonomiebedürfnis, es alleine schaffen zu wollen, zu beschneiden. Provoziert das Kind, weil es seinen Kopf durchsetzen will, muss man als Eltern gut abwägen, ob man nachgibt, eine Ausnahme macht oder konsequent bleibt und damit eine weitere Trotzattacke folgen kann. Der Abend zeigte aber auch, dass pädagogische Ratschläge oft nicht so einfach umsetzbar sind und man als Eltern sehr viel eigene Stärke und gute Nerven braucht. 


Im Wald ist es immer spannend…

An einem goldenen Oktobernachmittag fand sich eine kleine Gruppe von Mamas und Kindern im Laufalter am Nordic-Walking-Parkplatz ein und machte sich auf einen spannenden Weg durch den Wald. Die Kursleiterin für Bewegung und Ernährung Melanie Rampp zeigte den Eltern viele Anregungen, wie Kinder zu Bewegung motiviert und spielerisch ihre motorischen Fähigkeiten gefördert werden. Mit Liedern, Tiernachahmungen und kleinen Aufgabenstellungen ließen sich die Kinder schnell  begeistern. „Es ist nicht wichtig, wie weit Sie laufen! Die Kinder entdecken etwas auf dem Boden und bleiben stehen. Bei jedem Bücken, wenn das Kind etwas aufhebt, werden Muskeln trainiert und das ist wichtig  für die Körperbeherrschung!“, so die Expertin. Die Eltern sind angeraten, dem Kind auch etwas zuzutrauen und gleichzeitig aber immer auch das Risiko abzuwägen. Aufgabe diesmal war es für  Mama und Kind, Fantasiewesen aus zwei Kartoffeln, Zahnstochern und Dinge, die im Wald zu finden sind, zu basteln.




August 2022

Auf den Spuren von Harry Potter

Auch in diesem Sommer hatten 16 Mädchen und Jungs wieder die Gelegenheit, Ihr Können auf die Probe zu stellen. Auf dem Programm standen diesmal Aufgaben aus der bekannten Geschichte von Harry Potter, welche die Gruppe mit Kreativität, Phantasie, guter Kooperation, Besenflugkunst und bester Spiellaune toll gemeistert haben. Highlight war sicherlich der Bau einer Kugelbahn aus den Materialien, die der Wald geboten hat. Die Kinder meisterten auch diese Hürde, erhielten den letzten Teil der Schatzkarte und wurden mit wunderschönen Steinen der Weisen belohnt.



Mai 2022

Papa mal ganz für sich haben!

Papa-Kind-Gruppe am Silbersee (Gruppenbild)

Den heißesten Tag der Woche hat die Papa-Kind-Gruppe erwischt, als es darum ging, den Silbersee
zu umrunden und dabei eine tolle Spiel- und Gesprächszeit zu erleben. Franz Snehotta von der
katholischen Männerseelsorge des Bistums Augsburg hatte ganz einfach umzusetzende Spielideen
mitgebracht und leitete die Papas und ihre Kinder dabei an, in Interaktion miteinander zu gehen. Mit
viel Freude und Ehrgeiz waren die Teilnehmer dabei und ließen sich auch auf die abschließende
Wasserschlacht mit Schwämmen nur allzu gern ein. Während die Kinder auch mutig noch in den See
sprangen, gab es am Seeufer ausreichend Zeit für Gespräche von Vater zu Vater auf den
Picknickdecken.

Papa-Kind-Gruppe am Silbersee (Gruppenbild)




Oktober 2021

Klarer Appell an die Kitaeltern!

Sehr klar war die Botschaft von der Marion Hirsekorn in ihrem Vortrag „Lasst die Kinder spielen – Die Bedeutung des kindlichen Spiels im Kontext von Entwicklung und Förderung!“, der am 19.10.2021 im Albertus-Magnus-Haus stattgefunden hat. Eingeladen wurde die Referentin, um den Elternabend (mit Elternbeiratswahlen u.Ä.) des Heilig-Kreuz-Kindergartens mit einigen pädagogischen Impulsen zu bereichern. Frau Hirsekorn spannte den Bogen von der Säuglingszeit bis hin zur Vorschule und stellte mit anschaulichen Beispielen die verschiedenen Entwicklungsstufen sowie die Zielsetzung des kindlichen Spiels dar. Es wurde deutlich, dass die Kinder beim Spielen ihre eigene Welt entdecken, erforschen und dabei in einem wiederkehrenden und vielfältigen Lernprozess sind. Dabei testen sie gerne ihre Fähigkeiten und ihre Grenzen, wagen neue Herausforderungen oder verarbeiten Erfahrungen. Hierfür benötigen sie kein besonderes Spielzeug, sondern geben sich gerne mit Alltagsgegenständen zufrieden. Auch sei es gut, die Begeisterung zur Mithilfe im Haushalt möglichst früh aufzugreifen, weil dort viele Bereiche wie Zählen, Sortieren und sich organisieren spielerisch erworben werden, und keine gezielten Fördermaßnahmen darüber hinaus erforderlich sind. Falls es mal, zum Beispiel das allabendliche Rumtrödeln vorm Zubettgehen, weniger lustig sei, seien die Eltern gefragt, klar dem Kind zu vermitteln, dass es nun kein „Spiel mehr ist“ und die Ernsthaftigkeit auch in der Stimme und der Körperhaltung auszudrücken.

Marion Hirsekorn



August 2021:

Rettung von Phantasien:

15 Helden und Heldinnen auf erfolgreicher Mission (PDF)



Juni 2021:

Medien im Grundschulalter

Bericht: Internet für Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren (PDF)

Linkliste:

April 2021:

Onlineformate als gute Alternative!

Die verschiedenen digitalen Angebote der Familienstützpunkte von März bis April 2021 wurden zum Großteil sehr gut von Eltern und Fachleuten angenommen. Die Teilnehmer nutzten die Vorträge, Kurse, Workshops und Diskussionen als Onlinealternative und zeigten sich sehr offen für diese Formate.

Im „KESS erziehen“ - Kurs konnten die neun Teilnehmer sehr viel über die eigene Haltung und Bedürfnisse innerhalb der Familie lernen und durch den gegenseitigen Erfahrungsaustausch neue Ideen im Erziehungsalltag sammeln. Ulrich Hoffmann führte als erfahrener KESS – erziehen Kursleiter und Ausbilder durch die sechs Abend-Einheiten und vermittelte sehr praxisorientiert, wie „moderne“ Erziehung funktionieren kann.
 
Regina Pilz-Simek referierte zum spannenden Thema „Erwartungen“, die sich während der Schulzeit der Kinder ergeben können und oft zu Missverständnissen führen können. Sie stellte dar, wie es zu Kommunikationsproblemen kommen kann, wie die verschiedenen Systeme Schule – Eltern – Kind auch mit unterschiedlichen Prägungen und Haltungen aufeinandertreffen und welche Strategien es gibt, Konflikte zu vermeiden.

Großes Interesse bestand auch zum Thema „Kluge Köpfe – besondere Herausforderungen in der Erziehung“. Mit über 30 Teilnehmern war das Netz ziemlich ausgelastet. Silvera Schmider beschrieb anschaulich, welche Besonderheiten hochbegabte Kinder haben undab zahlreiche Impulse, wie Eltern im Erziehungsalltag damit umgehen können. Etliche
Fragen, wie z.B. Testungen und der passenden Beschulung wurden im Laufe des Abends beantwortet und durch einen Erfahrungsaustausch im Chat bereichert.


Januar 2021:

Angst – gehört zum Großwerden dazu!

Sehr gefragt war der Vortrag „Ängste der Kinder“ Ende Januar. Knapp 40 interessierte Eltern loggten sich zu dem Onlineangebot ein und gaben durchwegs positive Rückmeldungen.
Die Kleinkindexpertin Claudia Schreiber zeigte auf, welche Ängste in den jeweiligen Entwicklungsphasen von Kindern entstehen und beschrieb anschaulich, wie Eltern damit umgehen können. Kinder bis 4 Jahre würden noch an die magische Welt mit Monstern und Gut und Böse glauben, während sie bis zur Schulzeit anfangen, den Unterschied zwischen Fiktion und Realität zu begreifen. Klassische Ängste seien Vernichtungsängste (laute Geräusche, Toilettenspülung) oder auch die Angst vor dem Tod. Als gute pädagogische Grundregel nannte sie drei Tunwörter: Erkennen, anerkennen und spiegeln!

Es gehe darum, die Empfindungen der Kinder erstmal wahrzunehmen und stets ernst zu nehmen, sodass sich das Kind verstanden fühlt. Daraus sei es ratsam, dem Kind Wörter anzubieten, damit die Gefühle benannt werden können. Bei Verlassens- und Trennungsangst helfen vor allem Rituale und gleiche Abläufe sowie das Stärken der Beziehung durch mehr Aufmerksamkeit.

Wichtige Botschaft war auch, die Kinder nicht in der Komfortzone zu lassen, weil nur dann Wachstum möglich sei, wenn man sich der Angst stellt und sie überwindet.
Frau Schreiber ist für Einzelberatung erreichbar unter eltern.beratung@web.de

 Claudia Schreiber Portrait
(Kleinkindexpertin
Frau Claudia Schreiber)